Einsatzberichte Tiersuche

Lotti – eine unglaubliche aber zum Glück nicht unendliche Gesichte

Einsatzzeit: 12.09.2019 bis 19.10.2019

Berater: Christina Langwadt und Kristina Spinler

Einsatzteams: Christina Langwadt mit Sunhund Josie, Dorothea Mischler mit Suchhund Nele, Miriam Weiß mit Suchhund Barni, Raglin Behrens mit Suchhund Maja

Lotti, eine kleine Angsthündin, war erst 6 Wochen bei ihrer Besitzerin, als durch einen unglücklichen Umstand die Flexileine riss und Lotti mitsamt Sicherheitsgeschirr und 50cm Restleine am Morgen des 12.9.19 entlief.

Der Fall landete noch am gleichen Tag bei unserer erfahrenen Beraterin Christina. 2 Stunden nach dem Entlaufen gab es eine Sichtung in der Nähe vom Bahnhof, dann war Lotti erst mal wie vom Erdboden verschluckt. 3 Tage später gab es dann wieder Sichtungen von ihr. Diese waren sogar dichter an ihrem Zuhause, aber es sollten die vorerst letzten von ihr für die nächsten Wochen sein.

Da Lotti noch immer das Geschirr und ein Stück der Leine mit sich durch die Gegend schleppte, wurde der Entschluss gefasst 8 Tage später nach ihr zu suchen und die Sichtungen zu überprüfen. Die Hunde bestätigten die letzte Sichtung in der Nähe eines Bootshafens, auch wenn die Umstände aufgrund eines großen Konzertes dort im Bereich sehr schwierig waren. Eine bereits eingerichtete Futterstelle wurde noch einmal versetzt, aber Lotti blieb weiter verschwunden.

Am 28.9.19 übernahm Kristina aufgrund von Urlaub den Fall Lotti. Die Hoffnung Lotti noch lebend zu finden war wirklich nicht sehr groß, aber aufgeben liegt uns nicht, darum organisierten wir noch eine weitere Suche am 30.9.19. Dieses Mal kamen die Hunde aus dem Bereich des Wohnortes nicht weg und auch die Sichtungen zeigten die Hunde als älter an. Alles sprach dafür, dass Lotti doch dichter an ihrem Zuhause sein musste, als zuvor angenommen. Die Besitzer beflyerten noch einmal die ganze Gegend um den Wohnort von Lotti und wurden währenddessen von einem Mann angesprochen. Dieser behauptete er würde Lotti seit 3 Wochen jeden Morgen in einem Park, Luftlinie ca. 600m vom Wohnort entfernt, morgens um 6:30 Uhr laufen sehen. Mit einer Mischung aus Euphorie und Unglaube verlegten wir noch einmal die Futterstelle und zogen Spuren dorthin. Noch in der gleichen Nacht schenkte uns Lotti das erste Foto. Die Freude und Erleichterung bei allen Beteiligten war groß.

Zunächst kam Lotti noch nicht regelmäßig, da sie sich laut einer weiteren Meldung auch noch in einem anderen Gebiet aufhalten sollte. Aber nach ein paar Tagen wurde sie, zusammen mit ein paar Katzen und einem Fuchs, dann doch unser regelmäßiger Gast.

So organisierten wir eine Lebendfalle aus dem Tierheim Lübeck und bereiteten die Sicherung von Lotti vor. Bereits in der ersten Nacht beäugte Lotti die Falle, zeigte sich aber zum Glück nicht sehr verschreckt. „Gegen“ die Katzen setzten wir wieder unsere bewährten Baldrianschleppen ein, um sie von der Falle weg zu locken. Der Fuchs bekam seine eigene Futterstelle. Da Lotti bereits nach wenigen Tagen schon in der Falle ging um ihr Futter zu nehmen, wurde diese am 18.10.19 scharf gestellt.

Dann hieß es mal wieder Daumen drücken. Um 1:11 Uhr kam Lotti und ging direkt in die Falle. Der Spuk hatte ein Ende, Lotti war gesichert.

Dieser Fall hat uns allen gezeigt, dass man, auch wenn es noch so hoffnungslos scheint, nicht so schnell aufgeben sollte. Lotti war über 5 Wochen verschwunden und dabei war sie die ganze Zeit ganz nah. Die ganze Zeit über waren wir in einem täglichen, intensiven Kontakt mit der Besitzerin und ihren Angehörigen. Ihnen gilt auch unser großes Lob, dass sie Lotti nie aufgegeben haben, uns vertraut und alles umgesetzt haben. Dabei aber nie ihr Bauchgefühl außer Acht gelassen haben und dieses auch mit uns geteilt haben. Es war für alle Beteiligten eine intensive Zeit.

(Einsatzbericht von Christina und Kristina)

Jule’s langer Ausflug mit glücklichem Ende

Einsatzzeit: 09.08.2019 bis 22.09.2019 und 19.10.2019 bis 24.10.2019

Berater: Axel Pellner, Kristina Spinler

Einsatzteams: Martina Ageley mit Suchhund Bruno, Axel Pellner mit Suchhund Sina, Kerstin Otto mit Suchhund Feli, Dorothea Mischler mit Suchhund Nele, Britta Kinza mit Suchhund Bella, Kristina Spinler mit Suchhund Mila, SGH Gundula Petersen und Helferin Conny

Fallenbeauftragte: Kristina Spinler, Gundula Petersen

Der Einsatz kam über unser K-9-Hotline und wurde von unserem Berater Axel am 09.08.2019 übernommen.

Die Besitzerin berichtete, dass ihre 12 jährige schwarzweiße, mittelgroße Mix-Hündin Jule 1 Tag, als am 08.08.2019 zuvor während eines Gewitters entlaufen sei.

Jule lebte erst seit kurzem im Haushalt mit 7 Hunden und 3 Katzen in ländlicher Umgebung bei Tarp. Sie wurde Axel als Angsthund beschrieben und war Einzelgänger in ihrem neuen Zuhause. Jule lebte zuvor 12 Jahre lang in einem Shelter in Rumänien.

Axel erklärte der Besitzerin, in welchem Umkreis sie Flyer aufhängen müssen. Auch erklärte er ihr wie sie sogenannte Heimwegschleppen, verstärkt mit Würstchenwasser legen sollte, um Jule einzuladen sich zu zeigen, und sie an einem Ort halten zu können. Leider blieben alle Maßnahmen ohne Erfolg.

Am 13.8.2019 entschlossen wir uns, Suchhunde einzusetzen. Bei der Vielzahl an Tieren, die im Haus lebten und die nicht zum Ausschließen am Start sein konnten, war die Sicherung eines geeigneten Geruchsartikels sehr schwierig. Die Suche nach Jule wurde von unseren Suchhunden Bruno und Sina gestartet. Beide Hunde arbeiteten fast identisch und ihre Suche endetet auf einem Feld.

Wir empfahlen, hier eine Futterstelle mit einer Kamera einzurichten, denn wir hatten die Vermutung, dass sich Jule in der Nähe aufhalten würde.

Jule blieb aber leider verschwunden.

Einige Zeit nach dieser ersten Suche erfuhren wir, dass sich die Besitzerin wohl in dem Entlaufe Datum geirrt hatte. Tatsächlich war Jule bereits am 31.07.2019 entlaufen.
Diese neue Information war zunächst ein Schock für uns, denn dies machte die Suche nach ihr keineswegs einfacher.

In den folgenden Wochen nach unserer ersten Suche wurde Jule oder ein Hund, der Jule sehr ähnlich sah mehrfach an ganz unterschiedlichen Orten zwischen Flensburg und Wester-Ohrstedt und dem Großraum Husum gesehen

Es war jedes Mal schwer zu sage, welche der Meldungen wirklich Jule zuzuordnen waren, denn die Beschreibung „mittelgroßer schwarzer Hund“ passte auf recht viele Hunde. Viele der berichteten Sichtungen haben wir in den folgenden Tagen und Wochen mit unseren Suchhunden überprüft. Einige Sichtungen konnten wir bestätigen, andere ausschließen.

Entsprechend der Sichtungsmeldungen wurde der Flyer-Bereich ständig angepasst. Auch versuchten wir am jeweils aktuellen Sichtungsort eine Futterstelle einzurichten. Doch Jule war mit ihrem Ausflug noch nicht am Ende und blieb nie lange genug an einem Ort. Futterstellen wurden von ihr konsequent gemieden und man hatte das Gefühl, dass sie diese aus ihrem Gebiet vertrieben. Sie war auf Wanderschaft und legte dabei beachtliche Strecken zurück.

Aufgrund verschiedener Faktoren, haben wir uns schweren Herzens entschlossen, uns am 22.09.2019 erst einmal aus der aktiven Suche nach Jule rauszunehmen.

Der Kontakt zur Besitzerin riss aber nie ganz ab.

Am 19.10. wurde Jule noch in ihrem bekannten Gebiet gesehen und konnte sogar von einem Sichter gefilmt werden. Bereits 2 Tage später schlug Jule plötzlich eine völlig neue Richtung ein und wurde an der B77 Höhe Krummenort laufend gesehen.

Zusammen mit der Besitzerin wurde beschlossen, dass wir ihr nochmals bei der Sicherung von Jule helfen sollten. Unsere Beraterin Kristina hielt ab diesem Tag den Kontakt zur Besitzerin.

Am 23.10. gab es dann Sichtungen in Rendsburg in der Nähe vom Kanal. Sie lief dort im Gewerbegebiet umher und wurde immer wieder gesehen. Da sogar ihre Ohrmarke, die sie noch aus ihrer Zeit in Rumänien trug beschrieben wurde, konnten wir uns auch ganz sicher sein, dass es Jule war.

Schließlich hieß es, dass Jule auf einem ausbruchsicheren Gelände sei und die Mitarbeiter vorm Tor standen, damit sie dort nicht wieder herauskäme. Unsere Suchgruppenhelferin Gundula und die Besitzerin trafen sich vor Ort, aber Jule war uns mal wieder einen Schritt voraus und hatte ca. 20 Minuten vor dem Eintreffen der beiden ein Schlupfloch gefunden und konnte noch beim Weglaufen fotografiert werden. Wir wurden noch auf eine Futterstelle für Katzen in dem Gebiet aufmerksam gemacht und die Betreuerin erklärte sich sogleich bereit, dort eine Kamera aufzustellen, um zu schauen, ob Jule dort frisst.

Am Morgen vom 24.10. gingen die Sichtungen im gleichen Gebiet dann weiter. Sollte sich Jule dort wirklich noch aufhalten? Wir setzten alles auf eine Karte, besorgten uns die erforderlichen Genehmigungen und Kristina und Gundula stellten unsere Lebendfalle auf. Die beiden legten Wurstwasserschleppen zur Falle und Baldrianschleppen von der Falle weg. Baldrianschleppen, damit uns nicht die Katzen, die auf dem Gelände zuhause sind in die Falle gehen. Als die beiden gerade fertig waren, lief Jule ein paar Meter an ihnen vorbei. Wir entschieden uns entgegen der üblichen Vorgehensweise die Falle direkt scharf zu stellen. Das war gegen 18 Uhr. Es gab nur diesen einen versuch.

Gundula und Conny hielten in ihrem Wohnmobil nur wenige Meter vom Gelände entfern Wache, während alle anderen im Minutentakt auf ihr Handy schauten, ob es schon Neuigkeiten gäbe.

Später erfuhren wir, dass Jule um 21 Uhr an der Katzenfutterstelle war, Luftlinie 70 Meter von unser gut getarnten Lebendfalle entfernt. So ein Mist wir konnten nur hoffen, dass sie nicht satt geworden war und wiederkommen würde.

Um 21:37 Uhr bekamen wir dann das erste Bild und mussten 2x hingucken. Ein Hund spazierte schnurstracks in unsere Falle. Sollte das wirklich Jule sein? Nach dieser langen Zeit?

Um 21:39 Uhr dann das nächste Bild. Die Falle war zu und der Hund wirklich in der Falle. Die Spannung stieg aber es war tatsächlich Jule. Gundula und Conny waren in sofort an der Falle und konnten Jule beruhigen. Kristina machte sich ebenfalls sofort auf den Weg und kam ein paar Minuten später dazu, schließlich war Jule fast bei Kristina zuhause – nur der Nord-Ostsee-Kanal trennte die beiden. Wir alle waren wirklich sprachlos und konnten nicht glauben, dass dieser Spuk nach 3 Monaten nun endlich zu Ende sein sollte.

Jule hatte zwar ordentlich abgenommen, aber ansonsten ging es ihr gut und so konnten Kristina, Gundula und Conny Jule gemeinsam mit der Besitzerin problemlos und stressfrei von der Lebendfalle ins Auto umladen.

Die Freude und die Erleichterung war bei allen Beteiligten sehr groß.

Jule war endlich am Ziel ihrer Wanderung angekommen.


Dieser Einsatzbericht wird mit den Worten von Kristina abgeschlossen:

„Mein großer Dank geht an Gundula und Conny, die sich sofort bereit erklärten bei der Falle zu wachen. Ohne Euch, hätte diese schnelle Sicherung nicht realisiert werden können. Außerdem bedanke ich mich bei Cordula, die niemals aufgegeben hat und alle ehrenamtlichen Helfer, die ebenfalls alles gegeben haben, damit Jule endlich wieder nach Hause kommt.“

(Einsatzbericht von Axel und Kristina)

Jule

Luna fand nicht alleine nach Hause

Einsatzzeit: 19.09.2019 bis 12.10.2019

Berater: Raglin Behrend

Fallenbeauftragte: Kristina Spinler

Luna ist eine ca. 1,5 Jahre alte Mischlingshündin aus dem Ausland und musste in ihrem kurzen Leben schon viele schlimme Erfahrungen mit Menschen machen. Sie ist sehr ängstlich gegenüber fast allem, trotzdem nahm ihre Besitzerin sie Ende März bei sich auf, um ihr ein schönes Leben zu ermöglichen.

Am 16.09.2019 geschah dann das Unglück direkt vor der eigenen Haustür. Luna erschreckte sich fürchterlich, konnte sich aus dem Sicherheitsgeschirr winden und auf das Stoppelfeld hinter dem Haus flüchten. Es wurde versucht Luna zunächst mit Heimwegschleppen und Futterspuren zurück zum Haus zu locken. 4 Tage später konnte ihre Besitzerin sie dann glücklicherweise auf dem Stoppelfeld hinter dem Haus entdecken. Sie lief zunächst dort herum und legte sich dann auf die Koppel und beobachtete das Haus. Luna kam nun jeden Abend zum Haus und holte dich dort ihr Futter. Wir wollten ihr gerne die Chance geben, den Weg zurück alleine zu schaffen, aber ihre Angst war zu groß. Bis hierhin stand Raglin der Besitzerin beratend zur Seite.

Am 3. Oktober entschieden wir uns gemeinsam mit der Besitzerin dann dazu unsere Lebendfalle aufzustellen und so landete der Fall dann bei unserer Fallenbeauftragten Kristina. Bereits in er ersten Nacht kam Luna und begutachtete das wunderliche neue Teil, dass nun in ihrem Garten stand. Wir verlegten in kleinen Schritten die Futterstelle in die Lebendfalle, hatten aber plötzlich noch ein ganz anderes Problem. 3 Katzen aus dem Dorf fanden die neue Futterquelle sehr interessant, mithilfe von Baldrianschleppen konnten wir diese aber zu einer anderen Stelle locken und dort füttern.

Am 7. Oktober war sie dann zum ersten Man in der Falle und wir planten die nächsten Schritte. Dann kam die Schreckensmeldung, dass für den 11. Eine Drückjagt angesetzt war, genau dort wo Luna sich aufhielt. Wir setzten also alles auf eine Karte und stellten in der folgenden Nacht die Falle scharf. Leider oder wie wir später sagen würden zum Glück, machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es regnete in Strömen, der Wind schrie förmlich durch die Bäume und die Sicherung von Luna rückte plötzlich wieder in weite Ferne. Zum Glück konnte durch das schlechte Wetter die Drückjagt ebenfalls nicht stattfinden und als wir Freitagnacht zum dritten Mal in Folge die Falle scharf stellten, konnten wir um 3 Uhr endlich alle aufatmen. Luna war gesichert.

Kristina machte sich sogleich auf den Weg um Mithilfe der Besitzerin Luna sicher aus der Falle heraus zu holen. Im Haus lief Luna zielstrebig auf ihren Platz und als sich Kristina ein paar Tage später mit der Besitzerin unterhielt, erzählte sie ihr, dass Luna nun viel anhänglicher sei und gar nicht mehr so gerne rausginge. Sie hat wohl Angst, sie könne wieder verloren gehen. Trotz allem sind die beiden auf einem guten Weg und wir wünschen ihnen eine schöne Zeit zusammen.                                          (Bericht von Kristina)

Luna 2

Lilli sucht ihre Menschen

Einsatzzeit: 05.10.2019

Berater: Dorothea Mischler

 

Am 05.10.2019 meldete sich die Besitzer von Lilli bei uns.

Sie berichteten mir, dass Lilli, eine etwa 7-jährige Europäisch Kurzhaar Katze spurlos verschwunden war.

Lilli war den Besitzern vor etwa 3 Jahren zugelaufen und beschloss nicht mehr zu gehen. Sie war an Freigang nicht mehr interessiert und bevorzugte das Leben im Haus.

Sie baute insbesondere zu ihrer Besitzerin eine enge Bindung auf. Umso empörter war sie, als die Besitzer für einige Tage in den Urlaub fuhren. Zwar kümmerte sich eine Vertrauensperson um Lilli und ihre Mitbewohnerin und es ging Lilli in der Zeit nicht schlecht. Trotzdem vermisste sie ihre Menschen so sehr, dass sie am 03.10.2019 ein geöffnetes Fenster nutze um selbst nach ihren Besitzern zu suchen. Sie konnte ja nicht wissen, dass ihre Menschen bereits 24 h später wieder nach Hause kommen sollten.

Nachdem mir die Besitzer von Lillis Charakter berichtet hatten und ich mir einen Eindruck von der Umgebung machen konnte, versuchte ich zunächst die Besitzer zu beruhigen und aufzumuntern. Ich erklärte ihnen, welche Maßnahmen ich ihnen empfehlen würde. Wir besprachen, dass sie sogenannte Heimwegschleppen legen sollten, um Lilli einzuladen, wieder nach Hause zu kommen. Auch sollte die Öffentlichkeit informiert werden.

Wir besprachen, dass zu diesem Zeitpunkt ein Einsatz von Suchhunden noch keinen Sinn machen würde.

Die Besitzer fingen gleich an, meine Ratschläge umzusetzen.

Nur ein paar Stunden später, am Abend des 05.10.2019, wurde es dann sehr spannend. Die Besitzer riefen mich an und erzählten mir, dass Lilli bis auf 7 Meter an das Haus heran gekommen war. Anfassen oder auf den Arm nehmen war zu dieser Zeit nicht möglich. Die Besitzer setzten sich daher in Lillis Nähe und unterhielten sich über Gott und die Welt. Sie beobachteten Lilli und sobald sie sich ein Stück heran traute, gingen die beiden ein Stück näher ans Haus heran, setzten sich wieder hin und warteten erneut, bis Lilli näher kam. Der Plan war es, Lilli langsam und mit viel Geduld mit nach Hause zu nehmen. Es war uns schnell klar, dass sie sich auf eine andere Art und Weise nicht sichern lassen würde.

Doch Lilli machte es sehr spannend, als ob sie ihre Menschen für die lange Abwesenheit bestrafen wollte. Unerwartet, beschloss sie sich noch mal von ihren Menschen zu entfernen und in der eingetretenen Dämmerung zu verschwinden.

Panik kam in den Besitzern auf, doch sie taten genau das richtige und riefen mich an. Ich konnte sie beruhigen und ihnen Mut zusprechen, einfach am Ort zu bleiben und auszuharren. Es war ganz klar, dass Lilli Kontakt zu ihren Menschen suchte, sich aber noch nicht ganz heran traute.

Wie vorhergesagt, war Lilli tatsächlich nicht weit weg und die Besitzerin konnte Lillis Augen in der Dunkelheit erkennen. Dank der wirklich bewundernswerten Nervenstärke der Besitzer konnten sie Lilli wieder anlocken und tatsächlich ins Haus locken.

Gegen 21:30 Uhr kam dann die ersehnte Rückmeldung der Besitzer. Lilli war wie geplant ins Haus gelaufen. Die Besitzerin konnte sie auf den Arm nehmen und der Besitzer hat noch nie in seinem Leben so schnell die Tür geschlossen.

Lilli ist sehr froh wieder zu Hause, bei ihren Menschen zu sein.

Lilli 1

Große Angst um Katze Muddi und Kater Linus

Einsatzzeit: 28.09.2019 bis 03.09.2019
Berater: Britta Kinza
Einsatzteams: Beate Thomsen mit Suchhund Skip, Freki und Luzi; Axel Pellner mit Suhund Sina, Dorothea Mischler mit Suchhund Nele und SGH Gundula Petersen.

Am 29.08.2019 erhielt unsere Beraterin Britta Kinza den Hilferuf der Besitzer von Katze Muddi und Kater Linus aus Flüggendorf.
Beide Katzen sind Freigänger und seit dem 23.08.2019 nicht mehr nach Hause gekommen.  

Eine dritte Katze aus dem Haushalt war zunächst ebenfalls verschwunden und kam dann doch mit schweren Verletzungen wieder zurück. 

Nur Muddi und Linus blieben verschwunden. Voller Sorge, dass auch den beiden etwas Schlimmes passiert sein könnte, meldeten sie sich bei Britta.
Nachdem Britta die Besitzer trösten und aufmuntern konnte, erklärte sie ihnen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die beiden schnell wieder zu finden.
Neben ganz viel Öffentlichkeitsarbeit sprachen die Besitzer alle Nachbarn an und baten diese, in ihren Kellern und Schuppen nachzuschauen, ob die beiden Vierbeiner versehentlich eingesperrt wurden. Ausserdem legten die Besitzer Heimwegschleppen nach Hause, um die zwei Vermissten einzuladen, wieder zurück zu kommen. 

Trotz der großen Verzweiflung, dass auch Muddi und Linus schwer verletzt sind, konnte Britta die Besitzer jedes Mal wieder aufmuntern und ihnen Mut zusprechen. Die Besitzer konnten sich dadurch auf die Empfehlungen von Britta einlassen.
Aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen, konnte Muddi bereits am nächsten Tag, am 30.08.2019 selbständig den Weg nach Hause finden. Sie war hungrig und müde aber unverletzt. 

Beflügelt durch diesen Erfolg schöpften die Besitzer jeden Tag neuen Mut, um die Suche nach Linus voranzutreiben.

Aber von Linus gab es leider weiterhin kein Lebenszeichen.
Niemand hatte den schwarzen Kater gesehen.

Die Staffel hatte daraufhin beschlossen, drei Teams mit insgesamt 5 Suchhunden und einem Suchgruppenhelfer loszuschicken, um nach Linus vor Ort zu suchen.
Am Abend des 03.09.2019 trafen die Hundeführer Beate, Axel, ich (Dorothea) und Helferin Gundula bei den Besitzern ein. Nach kurzer Erklärung für die Besitzer, wie der Einsatz ablaufen würde, bekamen die Hundeführer jeweils eine Geruchsprobe von Linus.

Axel startete mit Sina an der Terrassentür, durch die Linus immer ins Freie geht.
Suchhund Sina kreiste ein Gebiet um das Zuhause von Linus ein.
Um Sinas Arbeit zu überprüfen, wurde als nächstes Suchhund Nele ebenfalls an der Terrassentür angesetzt. 

Ähnlich wie Sina kreiste Nele ein Gebiet ein. Beide Suchhunde waren an einer kleinen Kreuzung aufgeregt, konnten Linus dort aber nicht finden.
Nachdem Nele am Ortsausgang deutlich zeigte, dass dort kein Geruch von Linus mehr ist, haben Gundula und ich beschlossen, Nele aus der Suche rauszunehmen und erst einmal zurück zu den Besitzern zu gehen, um dort die weitere Einsatztaktik mit Axel und Beate abzustimmen. 

Auf dem Rückweg kamen wir wieder an der kleinen Kreuzung vorbei, an der sich Nele und auch Sina auffällig verhalten hatten. Dort lief eine dunkle Katze von links nach rechts über die Straße. Ich habe zwar Gundula auf die Katze aufmerksam gemacht, aber aufgrund der beginnenden Dunkelheit konnten wir die Katze nicht genau erkennen und haben uns zunächst nichts weiter dabei gedacht.  

Kaum waren wir aber bei den Besitzern angekommen, bemerkte Beate wie eine dunkle Katze aus dem rückwärtigen Bereich laut mauzend über die Hofeinfahrt lief.
„Schaut mal, ist das nicht Linus?“ fragte Beate noch, da weinte die Besitzerin schon vor Freude los und nahm ihn so schnell auf den Arm, dass selbst Linus nicht wusste, wie ihm geschah.
Völlig unverletzt und eher empört, dass er von so vielen Hunden „gejagt“ wurde, war er trotzdem froh, wieder bei seinen Menschen zu sein.

Wir vermuten, dass also auch die von Gundula und mir vorher gesehene Katze Linus war und der dann parallel zur Straße durch die Gärten der Nachbargrundstücke bis nach Hause lief und dort gleichzeitig mit uns ankam.


Was für ein Happy End. 

TS Linus

Odyssee von Pelle auf Sylt

Erstellt: 19.März 2019 | Geschrieben von Axel Pellner

Am Montag, den 4. März 2019, übernahm ich aufgrund guter Ortskenntnisse den Fall Pelle.

Besi verbrachte einen Kurzurlaub auf Sylt mit Pelle, einem 2,5 Jahre alten Pudel-/Cocker-Mix, der Fremden gegenüber sehr scheu ist. Am 2. März übergab er Pelle einem Hundesitter, dem Pelle im Ort Archsum mit Halsband und Leine entwischte.

Noch in der gleichen Nacht startete eine groß angelegte Suchaktion, an der sich viele Dorfbewohner (gut gemeint) beteiligten. In Folge dieser Unruhe lief Pelle zum 3,5 km entfernten Nachbarort Morsum.

Hier wurde Pelle mehrfach gesehen, so dass ich zur sogenannten KSM (Klappstuhlmethode) und HWS (Heimwegschleppe) riet.

Unglücklicherweise musste in dem Gebiet ein Personen-Sucheinsatz mit Hunden, Polizei, Feuerwehr und Rettungshubschrauber durchgeführt werden. Daraufhin wurde Pelle am nächsten Tag wieder in Archsum gesichtet – also KWS und HWS dort. Allerdings gab es auch wieder in der Nähe von Morsum eine Sichtung. Ich war inzwischen selbst auf der Insel eingetroffen, um dort einen Kurzurlaub zu machen, so dass ich auf Pelles „Laufstrecke“ zwischen Archsum und Morsum eine Futterstelle mit Kamera einrichten und WWS legen konnte, nachdem Besi abreisen musste.

Gundula half, auf Sylt angekommen, beim Flyern aus und richtete eine neue Futterstelle mit Kamera in Archsum ein, denn Pelle war dorthin wieder zurück gewandert....

Und auch der Besi traf wieder auf der Insel ein und stand in Archsum für KSM zur Verfügung. Am 14. März kam endlich der erlösende Anruf: Pelle’s Leine hatte sich auf einem Grundstück in der Nähe zur KSM-Position verfangen. Pelle konnte gesichert und Besi übergeben werden. Er hat zwar etwas Gewicht verloren, eine Zecke musste entfernt und eine kleine Hautverletzung versorgt werden, aber ansonsten hat Pelle seinen „Ausflug“ gut überstanden.

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Die Sicherung von Kira

Am Montag den 29.10.2018 erreichte uns ein Hilferuf aus der Nähe von Neustadt in Holstein. Kira, eine 6-Jährige Akita-Hündin war am Vortag entlaufen, nachdem sie sich vor einem Nachbarn erschrocken hatte und sich in Panik aus dem Geschirr gewunden hatte. Obwohl sie erst am Samstag bei Ihren neuen Besitzern eingezogen war, lief sie zum Glück nach einem kurzen Ausflug durchs nahe gelegene Dorf nicht weiter fort, sondern bezog ihren Beobachterposten an einem kleinen Wäldchen, von wo aus sie das Haus ihrer Besitzer den ganzen Tag beobachtete. 

Bei Einbruch der Dunkelheit traute sich Kira auch auf den Hof und machte sich auf die Suche nach Essen. Fündig wurde sie am Misthaufen, wo die Bewohner des Hofes außer Pferdeäpfel auch ihre Essensreste entsorgten. 

Da ein paar gut gemeinte Anlockversuche seitens der Besitzer nicht funktionierten und Kira auch die Futterstelle im Wald nicht annahm, entschlossen wir uns die Sicherung von Kira am Misthaufen zu planen. Inzwischen war sie auch schon einmal auf dem Weg Richtung Autobahn, dies konnte die Besitzerin aber zum Glück verhindern.

Am Donnerstag brachten wir unsere Lebendfalle zu Kira und bereiteten alles vor, stellten diese aber zunächst nicht scharf. Sämtliche Katzen besuchten unsere Falle aus Neugier, stellten aber relativ schnell feste, dass der dort angebotene Pansen nicht nach ihrem Geschmack war. Trotzdem war klar, dass wir versuchen mussten die Katzen von der Falle fern zu halten. Kira kam in dieser Nacht erst um 2:43 Uhr und blieb bis 4:30. Fraß in aller Ruhe das Futter aus der Falle und gewöhnte sich schon einmal an den neuen Fremdkörper.

Freitag war es nun soweit und so wurden alle Katzen, die eingesperrt werden konnten, eingesperrt. Eine Letzte wurde den ganzen Tag über so sehr gefüttert, dass diese sich nicht mehr blicken ließ. Alles war bereit, jetzt fehlte nur noch Kira. Doro und ich waren bereits um 17:30 Uhr vor Ort um die Falle scharf zu stellen und fuhren dann in den nächsten Ort um aus sicherer Entfernung zu warten. In Decken eingewickelt und mit ordentlich Naschies an Bord stellten wir uns auf eine lange Nacht ein.

Um 23:21 kam dann das erste Bild. Kira war da und schnüffelte zunächst neben der Falle am Misthaufen. Da alle Bewohner gebeten wurden bis zu Sicherung von Kira kein Essen mehr dort zu entsorgen, ging Kira in die Falle um den Pansen zu fressen. Die Falle löste aus – Kira war gesichert!

Kira1 

Kira2 Kopie

Nachdem wir uns ganz sicher waren, dass die Falle auch wirklich geschlossen war (es war sehr nebelig an dem Tag) fuhren wir zum Hof der Besitzer um Kira zusammen mit Ihnen, ganz in Ruhe und in einem sicheren Raum aus der Falle zu holen. Im Haus nahm Kira sofort ihren Stammplatz ein und kann nun in aller Ruhe in ihrem neuen Zuhause ankommen.

Kira3

Doro & Kristina

Ein kleines Lebenszeichen von Ute

Britta, Gundula, Tina und ich (Kristina) können uns noch ganz genau an unseren Einsatz in Flensburg erinnern, als wir Anfang Juni die kleine Havaneser-Hündin Ute suchten. Die kleine Maus war 2 Tage zuvor aus ihrem neuem Zuhause entlaufen, in welches sie erst 3 Tage zuvor eingezogen war. 

Während Britta mit ihrer Hündin Bella und Tina als Helferin nach Ute suchten, betätigten Gundula und ich uns als Detektive, weil es eine Meldung bei Facebook gab, dass Ute längst gesichert sei. Während wir dort keinen Erfolg hatten, erhielten wir eine Sichtung in der näheren Umgebung vom Wohnort.

Wir 4 machten uns sofort auf den Weg dorthin und entdeckten Ute durch Zufall auf dem Gelände eines Betriebshofes, der zur Hauptstraße hin offen war. Weil es hieß, dass Ute gerne andere Hunde mag & zudem auch noch läufig sein sollte, ließen wir den Dackel von Gundula aus dem Auto. Zum Glück ging der Plan auf und Ute und Herr Hansen nahmen Kontakt zueinander auf und so näherte sie sich auch Stück für Stück Gundula, die inzwischen auf dem Boden saß. Wir anderen sperrten den Weg zur Straße ab. Gary brachte Gundula noch eine Leine, auch ihn mochte Ute gleich auf Anhieb. Tina unterstützte zusätzlich vom Boden aus, da Ute sich immer wieder ein Ecke näherte, an der sie uns hätte entwischen können. In einem günstigen Moment konnte Gundula sich die kleine Hündin schnappen und so ihre 5-tägige, gefährliche Odysee durch Flensburg beenden. Alle Beteiligten waren überglücklich!

Ute 2

Ute 3

Wir haben uns sehr gefreut, als wir am 9.8. von der Tochter der Besitzerin ein kleines Lebenszeichen von Ute bekommen haben. „Hallo, hier kommt ein Foto von Ute wie sie jetzt aussieht. Sie hat sich toll gemacht und wir sind euch unendlich dankbar, für euren Einsatz im Juni. Lg"

Ute 4

Vielen Dank dafür! Wir freuen uns sehr, wenn wir noch mal etwas von unseren Schützlingen hören, denn jeder einzelne von denen, wächst uns ans Herz!

Britta, Gundula, Tina & Kristina

Wenn Besitzer, Pflegestelle und Berater Hand in Hand arbeiten...

...dann kann ein Fall ein Bilderbuchende haben, wie bei der hübschen Zara!

Übernehmen wir als Berater einen Fall, so berufen wir uns auf unser jahrelanges und über alle K-9 Stützpunkte erarbeitetes Wissen und trotzdem ist und bleibt jeder Fall individuell. Die Erfahrungen haben uns gelehrt was funktioniert, erfolgreiche Einsätze geben uns Recht und trotzdem hoffen auch wir Berater, dass unser Plan aufgeht. Wir fiebern mit, haben teilweise schlaflose Nächte und bei jedem Telefonklingeln hoffen wir, dass die erlösende Nachricht kommt, dass das gesuchte Tier wieder zurück ist.

Landet ein Fall bei mir, so wissen Familie und Freunde schon, dass wenn ich davon rede, dass „mein Hund“ wieder da ist, meistens nicht die Rede von meinen tatsächlichen Hunden ist.

Die Info von Zara, einer jungen Mischlingshündin, erreichte mich einen Tag nach ihrem Entlaufen. Bis dahin hatten die Besitzer und die vorherige Pflegestelle schon einiges unternommen. Mein Rat ab sofort nicht mehr aktiv zu suchen und Ruhe zu bewahren war für alle Beteiligten schwer auszuhalten, aber alle hielte sich vorbildlich genau an meine Tipps und Empfehlungen. 

Die Besitzer kümmerten sich um Flyer, welche in der ganzen Gegend aufgehängt wurden, während die Pflegestelle gezielt Heimwegschleppen zum Haus der Besitzer legte. Leider gab es zunächst keine Sichtungen von Zara, aber am folgenden Tag erhielten wir die erlösende Nachricht, dass Zara nur 1,5 km von zuhause gesehen wurde. Die Pflegestelle machte sich sofort auf den Weg dorthin, legte noch ein paar kurze Spuren um dann am Auto zu warten, doch Zara traute sich nicht aus ihrem Versteck. Immer wieder versuchte ich die verzweifelten Besitzer und die Pflegestelle zu beruhigen und sprach ihnen Mut zu. 

Und dann am nächsten Vormittag erreichte mich ein Anruf der Besitzerin. Zara war gerade bei ihr im Vorgarten, stand direkt vor ihr und schaute sie an, verschwand dann aber wieder. Ich sagte der Besitzerin, wie sie sich verhalten sollte. Wieder einmal kam der quälende Rat jetzt nichts zu tun, außer abzuwarten, alles aufzulassen, sie nicht anzugucken oder anzusprechen, wenn sie noch einmal kommt. Kurze Zeit später kam Zara dann tatsächlich wieder, ging in den Garten, guckte vorsichtig um die Ecke, um sich dann zur Besitzerin zu setzen und mit ihr zu kuscheln.

„Mein Hund ist wieder da“

An dieser Stelle herzlichen Dank an die Besitzer und die Pflegestelle, dass Sie mir vertraut haben und all das befolgt haben, was ich Ihnen geraten haben. Ich freue mich, dass ich Ihnen in diesen Tagen helfend zur Seite stehen konnte und bedanke mich für ihr Lob.

Kristina

Zara 1

 

Glückliches Ende auf der Autobahn

 

Ein Bericht unserer Hundeführerin und Beraterin Britta:
  

Teddy ist ein beiger Terrier Mix Rüde aus Zypern. Er ist 2-3 Jahre alt und kam über die Zypern Pfotenhilfe auf seine Pflegestelle am Bodensee, welche selbst Hunde und kleine Kinder hat. Teddys neuer Besitzer wohnt in Flensburg und holte ihn am 26.4.18 zusammen mit seiner Mutter von der Pflegestelle am Bodensee ab.

Auf dem Rückweg musste die Mutter auf der Raststätte Holmmoor aufs WC und beim Aussteigen entwischte Teddy.

Nachdem der Besitzer die ganze Nacht auf dem Rastplatz verbracht hat, alle Stellen informiert hat, mit der Polizei (nach Sperrung) die Autobahn abgesucht hat und sämtliche Jogger und Fußgänger der Umgebung sowie alle Anlieger angesprochen hatte, meldete er sich bei uns.

Da es absolut keine Bindung zum Besitzer gab (sie kannten sich ja kaum) war das einzig Vertraute die Decke auf der Teddy im Auto gelegen hatte. Nach Absprache mit den Kollegen riet ich dem Besitzer sich am nahen Waldrand, weg von der Autobahn, einen Platz zu suchen, an dem er die Decke mit Futterstelle einrichten solle, bis er ein Kleidungsstück der Pflegestelle zum Schleppen legen bekommen könnte. Nach der durchwachten Nacht und der langen Fahrt davor fuhr er nach Hause und musste erst mal etwas schlafen. Er hat aber vorher noch die Pflegestelle informiert und die gute Frau hat sich sofort vom Bodensee auf den Weg gemacht.

Gegen 18.00 kam eine Sichtungsmeldung über die Polizei rein. Teddy war an der Zufahrt zur Raststätte gesehen worden. Fast zeitgleich kam die PS an. Sie fuhren zur Raststätte und die Pflegestelle legte Schleppen zu dem Punkt am Waldrand an dem sie übernachten wollte. Noch beim Schleppen legen kam Teddy zur PS gelaufen und schleckte sie dankbar ab.

Ich bekam sofort ein Foto als sie zuhause angekommen waren und Teddy erschöpft in seinem Korb lag. So ein schönes Ende!

Teddy

Lou's Ausflug mit Folgen

 

Ein Bericht von unser Hundeführerin und Beraterin Doro:

Der Einsatz kam über unser K-9-Hotline.

Mein erster Kontakt mit der Besitzerin war am 6.4.2018. Die Besitzerin berichtete, dass ihre 2 jährige französische Bulldogge seit 2 Tagen (4.4.18) verschwunden ist. Sie ist von Welpe an bei ihr und kommt aus Deutschland vom Züchter. Sie hat eine sehr gute Bindung zu ihrer Besitzerin und deren Mutter. Lou begleitet sie täglich mit auf einen Reiterhof, dort läuft sie frei herum und verlässt das Gelände eigentlich nie. Lou ist freundlich mit Menschen und würde auch mit anderen mitgehen, wenn man sie lockt. Sie ist auch schon mal Wild hinterher gerannt, kommt aber auf Zuruf zurück. Was ist passiert: Am 4.4.18 war Lou mit der Besitzerin auf dem Reiterhof. Gegen 11:30 hat sie Lou noch gesehen, ca. 10 Minuten später war sie spurlos verschwunden und kam auf Rufen auch nicht zurück. Die Besitzerin suchte den ganzen Hof abgesucht, ohne Erfolg, auch hat sie ein paar Flyer verteilt. Der Hof liegt sehr ländlich und 10 km vom Wohnort entfernt. Im Umkreis sind Felder und östlich vom Hof ein großer Wald. Problematisch war die Bahnlinie hinter dem Wald. Nachdem ich die Besitzerin etwas beruhigen konnte, habe ich ihr zuerst geraten noch viel mehr Flyer zu verteilen, an allen Feldwegen und in den umliegenden Ortschaften sowie am Bahnhof. Zusätzlich sollte sie Tierheime, Tierärzte, die Bahn, Straßenmeisterei, Jagdpächter und Polizei informieren. Auch habe ich ihr geraten alle Felder, vor allem die Gräben und Gebüsche abzusuchen. Am besten aber von Freunden, damit sie nicht so viel eigenen Geruch verteilt. Ich habe ihr erklärt was eine HWS ist und wie sie diese aus verschiedenen Richtungen zum Hof und weg von den Bahnschienen legen soll. Außerdem sollte Sie die sogenannte Klappstuhlmethode (KSM) anwenden. So hielt sie sich den ganzen Tag auf dem Hof auf, Freunde haben geflyert und die Gräben abgesucht. Da die Besitzerin abends nach Hause musste, wurde einen Futterstellt mit einem Shirt von Frauchen eingerichtet, die Besitzer des Hofes hielten diese im Auge.
 

Da es leider in den Folgetagen keinerlei Sichtungen gab, wurde ein Einsatz mit Suchhunden vorbereitet. Dazu habe ich ihr erklärt, wie Sie einen Geruchsartikel sichern muss.

Am 9.4.18 fuhren Marco und Axel mit ihren Hunden, sowie Gundula und Miriam als Helfer zum Hof um nach Lou zu suchen.

Zwei Suchhunde wurden angesetzt und zeigten das gleiche Verhalten. Sie arbeiteten zu einer Scheune, in der Maschinen stehen. Dort zeigten sie Endpoolverhalten, fanden aber nur einen toten Fuchs. Außerhalb der Scheune wurde ihr Suchverhalten deutlich schwammig. Bevor sie nun den dritten Hund ansetzen, wollten sie die Scheune noch einmal selbst durchsuchen. Hinter den Maschinen und Strohballen fanden sie eine Treppe, die nach oben auf einen Zwischenboden führte. Oben auf der Treppe saß die kleine Lou. Sie war wohl auf und freute sich endlich gefunden worden zu sein. Die Besitzerin konnte es kaum glauben, denn in der Scheune sind jeden Tag Menschen gewesen und auch sie hat die Scheune mehrfach durchsucht und nach Lou gerufen. Sie berichtete, dass Lou Treppen immer noch hinauf läuft, aber niemals herunter. Die Wiedersehensfreude war riesengroß und Lou kerngesund und froh wieder auf dem heimischen Sofa schlafen zu können. Alle Beteiligten waren froh und dankbar, dass Lou gefunden werden konnte.

Lou

Linas Geburtstagsgeschenk

Am 14.04.2018 erreichte uns ein Hilferuf von einem Campingplatz in Waabs. Lina, eine fast 1-jährige Mischlingshündin, war morgens um kurz nach 7 Uhr aus Panik mitsamt der Flexileine am Halsband in unbekannte Richtung entlaufen, nachdem ihr Herrchen durch eine Verkettung unglücklicher Umstände gestürzt war.

Ihre Besitzer hatten mithilfe von Freunden bereits die Gegend abgesucht, aber leider gab es keine einzige Sichtung von Lina. Da nicht sicher war, ob Lina sich mit ihrer Leine irgendwo vertüddelt hat, entschlossen wir uns dort direkt mit unseren Tiersuchhunden nach Lina zu suchen und ggf. weitere Maßnahmen direkt vor Ort zu koordinieren. Frauchen hatte bereits einen Geruchsartikel gesichert und so konnten wir relativ schnell mit der Suche beginnen. Alle Hunde liefen vom Campingplatz in Richtung der Felder und von dort weiter in Richtung einer derzeit verlassenen Ferienhaussiedlung – die Geisterstadt, wie wir sie nannten. Auf dem Weg dorthin zog es fast alle Hunde zu einem Steinhaufen, den wir Helfer aus diesem Grund genauer unter die Lupe nahmen. Im Nachhinein können wir nur spekulieren, ob Lina sich dort eine Weile aufgehalten oder evtl. ihre Flexileine verloren hat.

Da alle Hunde aus der Ferienhaussiedlung nicht heraus kamen und auch eine Suche durch uns Helfer keinen Erfolg brachte, entschieden wir uns, auch aufgrund der nahenden Dunkelheit, zu den nächsten Maßnahmen überzugehen.

Wir baten die Besitzer, sich mit ihrem Wohnmobil außerhalb des Campingplatzes hinzustellen und zu diesem aus den verschiedenen Richtungen sogenannte Heimwegschleppen zu ziehen. Außerdem sollten die Flyer, die die Rezeption des Campingplatzes freundlicherweise druckte, noch am gleichen Tag, spätestens aber am Folgetag in der Umgebung aufgehängt werden. Zusätzlich klärten wir bereits, welche Teams am nächsten Tag weiter suchen könnten.

Wieder zuhause erhielt ich um 22:35 Uhr einen Anruf von Linas Herrchen. Gerade als Frauchen die letzte Schleppe legte, kam Lina unversehrt, aber ohne Flexileine, bei ihrem Frauchen angelaufen.

Harz2018
Wir haben uns alle riesig gefreut, dass die Maus unverletzt ihren Weg zurück gefunden hat und am nächsten Tag ihren 1. Geburtstag im Kreise von ihren lieben Menschen feiern konnte. Wie Herrchen mir später schrieb, durfte Lina in dieser Nacht ausnahmsweise mit ihm Bett zwischen ihren Besitzern schlafen, was sie sichtliche genoss.


Im Einsatz waren Marco mit Luna und Akuru, Axel mit Sina und Doro mit Nele, sowie Kristina als Helfer. Danke für euren kurzfristigen Einsatz!

 

 

4-wöchiger Ausflug durch Lübeck mit Happy End

Am 17.03.2018 sollte Leo in sein neues Zuhause ziehen, doch leider entwischte dieser seinem neuen Herrchen am gleichen Tag aus dem Auto beim Öffnen der Kofferraumklappe. Leo wurde regelmäßig auf seinem nicht ungefährlichen Ausflug quer durch Lübeck gesichtet und fand sich nach 3,5 Wochen auf einem Friedhof in Sankt Gertrud ein. Dort konnte er mit Futterstellen gehalten werden, sodass wir am 16.04.2018 nach Lübeck fahren um unsere neue Lebendfalle dort aufzustellen. Die freundlichen Helfer vor Ort zeigten uns den Platz, wo Leo gefüttert wurde und wir später unsere Lebendfalle sowie die Überwachungskamera aufstellten. Mit Laub und Erde ausgestattet, fügte sich diese fast nahtlos in die Umgebung ein. Wir zogen noch zwei Spuren mit Pansenwasser zur Falle und präparierten diese ebenfalls mit frischem Pansen und Pansen aus der Dose. Kaum wieder beim Auto angekommen, schickte uns die Kamera bereits das erste Bild aufs Handy. Leo war dem köstlichen Geruch gefolgt und hielt sich vor der Falle auf. Spannender als jeder Krimi!

Zwischendurch kümmerten wir uns noch um einem weiteren Fall, wo wir das weitere Vorgehen besprachen. Ca. 1 Stunde später fuhren wir noch einmal am Friedhof vorbei und konnten unseren Augen kaum trauen. Leo war uns wortwörtlich in die Falle gegangen. Etwas bedröppelt, aber wohlauf und gut genährt schaute er uns an. 

Leo in Falle 768x1024

Mithilfe des Tierschutzvereins holten wir Leo zu viert aus der Falle und übergaben ihn an den Verein. 

Die ganze Zeit über wurden der Besitzer und die Helfer durch unsere professionellen K-9-Berater und Tiersucher Sarah und Marco betreut und beraten.

Wir sind überglücklich, dankbar und stolz über diese gute (Zusammen-)Arbeit und wünschen Leo alles Gute!

Kristina & Marco